Bezirksverband Wedding der Kleingärtner e. V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 19.09.2022 um 11:59 Uhr

Ein Grundelement des Lebens auf unserem Planeten    

Wasser im Garten effizient nutzen

Hochbeet mit Tröpfchenbewässerung.

Wasser ist ein wichtiges und nicht ersetzbares Gut in unserem Ökosystem. Wir müssen lernen, wie wir zukünftig mit Wasser in unseren Gärten umgehen wollen. Wasser insbesondere Süßwasser, das wir für uns und unsere Pflanzen benötigen, macht nur ca. 3 % der Erdoberfläche aus. Ein wertvolles Gut, das geschützt werden muss, um auf Dauer auf der Erde zu überleben zu können.


Ein geschicktes Wassermanagement für unsere Gärten wird daher immer wichtiger für jeden einzelnen. Ein weiteres trockenes und warmes Jahr 2022 bereitet unseren Gartenpflanzen größere Probleme. Unsere Böden sind seit 2018 nicht mehr ausreichend mit Wasser in tiefen Schichten versorgt worden. Die Grundwasserstände gehen kontinuierlich zurück, weil nicht genügend Niederschlagswasser nachkommt. In unserer Region Berlin/ Brandenburg ist teilweise erst in 2 m Tiefe Wasser für unsere Pflanzen vorhanden. Aus diesem Grund sollte jeder Gartenbesitzer das kostbare „Nass“ nur dort und zielgerichtet einsetzen, wo es unbedingt notwendig ist.


Regentonnen besser mit Deckeln versehen! 

Zielgerichtet bewässern

Viele kleine Dinge sind möglich, um die Pflanzen vor starker und langer Trockenheit zu schützen. Besonders bei Neupflanzungen und auch bestehenden Pflanzungen sollten Sie mit Gießrändern oder Mulden das Wasser direkt zum Wurzelbereich lenken. Auch Wassersäcke für unsere Obstgehölze sind eine gute Möglichkeit, um zielgerichtet Wasser für die Bäume bereitzustellen. Je schwachwüchsiger das Obstgehölz (Unterlagenwahl), desto mehr Wasser wird in den oberen Bodenschichten benötigt.


Bäume nehmen in unseren Gärten eine wichtige Rolle für die Beschattung unserer Böden und Pflanzen ein. Eine geschickte Planung von Gärten ist hier von Anfang sehr wichtig. Suchen Sie Pflanzen aus, die mit längerer Trockenheit und Hitze besser zurechtkommen.


Wichtig ist, dass das Wasser dort ankommt, wo es benötigt wird. Das bedeutet, nicht nur oberflächlich zu bewässern, sondern in die Tiefe, wo sich die Wurzeln der Pflanze befinden. So können Sie quasi die Wurzeln erziehen, mit dem Wasser in die Tiefe zu wachsen. Gießen Sie immer nur so viel, dass die oberen Zentimeter des Bodens befeuchtet werden, ist nur dieser Bereich schnell durchwurzelt! Die Pflanze sucht sich ihr Wasser und kann auch die Wurzeln so anpassen, was nicht immer von Vorteil für die Pflanze ist.


Verdunstung reduzieren, Wasser sparen

Da viel Wasser direkt aus dem Boden verdunstet, ist die Reduzierung der Verdunstung äußerst wichtig. Das ist z.B. möglich durch: a) Wind- und Sonnenschutz und b) Bodenschutz (Mulchen, Mischkultur, dichte Bepflanzung). Das häufige „normale“ Gießen von Gartenpflanzen sollte möglichst durch effektivere Möglichkeiten (z.B. einer Tröpfchenbewässerung) ersetzt werden.


Der Boden sollte ausreichend Wasser für die Pflanzen zu Verfügung stellen. Sinkt der Wassergehalt unter den sogenannten permanenten Welkepunkt, nimmt die Pflanze einen dauerhaften Schaden. Wie hoch die zusätzliche Bewässerungsmenge sein soll, hängt von der Menge natürlichen Niederschlags und der Pflanzenart ab. Die Wassermenge für Pflanzen liegt im Schnitt bei ca. 60 l/m2.


Die Wasserhaltekraft der Böden kann durch eine gute Humusversorgung unterstützt werden. Wir müssen auch bedenken, dass bei steigender Temperstur die Humusmenge schneller abgebaut wird. Daher ist die Kompostwirtschaft und Gründüngung in unseren Gärten ein „Muss“.


Das Wässern von Rasenflächen sollte bei einer langandauernden Hitze- und Trockenphase gänzlich eingestellt werden. Hier wird sonst zu viel kostbares Wasser verschwendet, und der Rasen erholt sich nach einer Regenphase ohnehin schnell wieder.


Wenn es doch mal regnet, seien Sie vorbereitet und sammeln bzw. speichern Sie das kostbare Nass in Wassertonnen oder Zisternen. Hier steht Ihnen das Regenwasser für einen längeren Zeitraum zu Verfügung.


Damit der Regen auch in den Boden eindringen kann, beseitigen Sie versiegelte Flächen in Ihren Gärten und bringen Sie wasserdurchlässige Beläge ein. Versuchen Sie, die Versieglung so gering wie möglich und notwendig zu gestalten. Nur so kann mehr Regenwasser in die Böden und tiefere Schichten gelangen.


Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied für Fachberatung

Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V.


Foto Hochbeet: Sven Wachtmann, Foto Regentonne: Pixabay (Ausschnitt)

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