Bezirksverband Wedding der Kleingärtner e. V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 04.06.2020 um 13:09 Uhr

Im Dreiklang für den Kleingarten   

Auf diese Dinge können Sie verzichten 

Es gibt drei Dinge, die bei Gartenfreunden teilweise immer noch fest verankert sind. Dabei sollten sie längst der Vergangenheit angehören. Es handelt sich um:

1. Die Verwendung von Torf, Stichwort „Gärtnern ohne Torf“, 

2. Den Einsatz von leichtlöslichen chemisch-synthetischen Düngern, 

3. Die Anwendung von Glyphosat und anderer Herbizide.


Es braucht keinen Torf im Garten

Torf gehört nicht in den Garten, sondern sollte im Moor verbleiben, damit der Lebensraum Moor erhalten bleibt. In einem naturnahen Garten benötigen Sie ohnehin keinen Torf. Denn als wichtigstes Bodenverbesserungsmittel, steht hier der Kompost an erster Stelle.


Sie sollten sich immer vor Augen führen, dass der weltweite Torfverbrauch die Erderwärmung zusätzlich verstärkt. Denn im gelagerten Torf sind große Mengen an Kohlendioxid gebunden. Intakte Torfflächen binden ca. 700 Tonnen CO2/ha. Das ist ca. sechs bis sieben Mal mehr, als die gleiche Fläche Wald bindet. Wird der Torf abgebaut und kommt mit Sauerstoff in Kontakt, zersetzen sich die organischen Stoffe und das CO2, das über Jahrstausende der Atmosphäre entzogen wurde, wird wieder freigesetzt.

Torf entwickelt sich zudem sehr langsam. Bis sich eine Schicht von 1 m bildet, vergehen bis zu 1.000 Jahre. Die Menschheit hat innerhalb kürzester Zeit bereits viele Moorgebiete vernichtet. Mit der Zerstörung verlieren auch viele Tier- und Pflanzenarten ihre Lebensgrundlage. Moore bedecken nur ca. 3 % der Landfläche unserer Erde, aber sie binden doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt.

Alternativen zum Torf

Dabei gibt es mittlerweile viele Alternativen zum Torf, wie z.B. Komposterden, Rindenhumus, Holzfasern oder Laub- und Nadelstreu. Im Dreiklang gut für den Garten

Auf diese Dinge können Sie verzichten


Für eine gleichwertige Blumenerde oder andere Substrate werden Komposte z.B. mit Lava, Bims, Sand, Perlite oder auch mit Ton versetzt. Diese Substrate können in den Nährstoffgehalten und im pH-Wert allerdings stärker schwanken. Das müssen Sie beim Kauf von torffreien Erden/Substraten bedenken. Das sollte jedoch kein Hinderungsgrund für deren Kauf sein.


Vermutlich stellt sich Ihnen die Frage, warum wurde bzw. wird Torf überhaupt gern eingesetzt? Die Tatsache ist, dass Torf keine Nährstoffe enthält und man ihn ganz gezielt aufdüngen kann. In Bezug auf die Wasserversorgung stellt Torf allerdings keinen guten Pflanzstoff dar. Zumindest wenn er einmal ausgetrocknet ist, denn dann lässt er sich nämlich nur schwer wieder befeuchten. Ansonsten ist Torf aber ein guter Wasserspeicher.


Wir Gartenfreunde können durch einen Verzicht auf Torf den Umweltgedanken stärken und so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Landesverband kommt so auch seinen Verpflichtungen gegenüber seinen Kooperationspartnern, der Stiftung Naturschutz sowie der Stadtgesellschaft nach. Was sollten wir Gartenfreunde also jetzt machen?
• Arbeiten Sie bitte ohne Torf im Garten!
• Der Vorstand sollte es offiziell in die Gartenordnung aufnehmen (Torfverzicht), umsetzen und kontrollieren!
• Betreiben Sie aktive Kompostwirtschaft!

Keine synthetischen Dünger verwenden

Nachhaltig Gärtnern bedeutet, keine leichtlöslichen chemisch-synthetischen Dünger im Garten einzusetzen. Verzichten Sie daher auf solche Dünger in Ihrem Kleingarten, es gibt genügend Alternativen.
Der Nachhaltigkeitsgedanke beruht auf dem Einsatz natürlicher und nachwachsender Wirkstoffe für unsere Pflanzen, wie zum Beispiel Pflanzenjauchen, Kompost, Hornspäne, Schafswoll- oder Rinderpellets und Algen. Der organische Dünger muss den mineralischen Dünger im Garten ablösen. Denn ein großes Problem ist die Grundwasserbelastung durch zu hohe Nährstoffeinträge durch leichtlösliche Dünger.

Wir möchten den Umweltgedanken unter den Gartenfreunden weiter stärken und damit einen weiteren Punkt im Vertrag mit der Stiftung Naturschutz und der Stadtgesellschaft einlösen.

Was sollten wir Gartenfreunde jetzt machen? 

• Arbeiten Sie bitte ohne leichtlösliche mineralische Dünger (wie z.B. Blaukorn) im Garten!
• Der Vorstand sollte es in die Gartenordnung aufnehmen (kein Einsatz von leichtlöslichen synthetischen Düngern), umsetzen und kontrollieren!
• Aktive Kompostwirtschaft betreiben!
• Einsatz von diversen organischen Düngern im Garten!

Verbot von Herbiziden und anderen Mitteln
Es ist an der Zeit, das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat zur Unkrautbekämpfung in Kleingärten zu verbieten. Der Wirkstoffsteht im Verdacht, krebserregend zu sein. Schon aus gesundheitlicher Sicht ist hier eine Handlung notwendig. Darüber hinaus sollten alle Herbizide (Unkrautvernichter) aus dem Kleingarten verbannt werden. So können wir nach unserem Leitbild und der Kooperationsvereinbarung mit der Stiftung Naturschutz die hohe Bedeutung des ökologischen Gärtnerns klarer herausstellen. 


Was sollten wir Gartenfreunde jetzt machen?
• Kein Einsatz von Herbiziden im Kleingarten!
• Der Vorstand sollte es in die Gartenordnung aufnehmen (kein Einsatz von Herbiziden), umsetzen und kontrollieren!

Helfen auch Sie mit, das naturnahe Gärtnern weiter zu stärken und unsere Vereine zukunftssicherer zu machen.

Sven Wachtmann Vorstandsmitglied für Fachberatung


Foto Kompost: Pixabay

Foto Übersichtsbild: Archiv Landesverband

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