Die Begründung des Gesetzes ist da eindeutig: Kleingärten sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie sind grüne Infrastruktur. Sie sind Erholungsraum für die Stadtgesellschaft.
Und daraus folgt etwas sehr Einfaches: Was unseren Schutz begründet, müssen wir auch leisten.
Wir können nicht gleichzeitig sagen: „Lasst die Finger von unseren Flächen“ und dann so tun, als hätten diese Flächen nur etwas mit uns selbst zu tun. Das wird politisch nicht mehr funktionieren. Deshalb müssen wir uns ehrlich machen:
- Unsere Anlagen müssen als Teil dieser Stadt erkennbar sein. Dauerhafte Abschottung wird keine Zukunft haben.
- Unsere Nutzung muss stimmen. Wenn Kleingärten zu Freizeitgärten werden, verlieren wir unsere stärkste Argumentation.
- Unser Beitrag zu Klima und Stadtökologie ist kein nettes Extra mehr – er ist Teil unserer Existenzgrundlage.
- Wir müssen verlässlich sein.
Strukturiert. Transparent. Ansprechbar.
Unsere internen Standards sind künftig nicht mehr nur eine Frage der Ordnung. Sie sind eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit.
Welche Einwände uns erwarten? Zu viel Bürokratie. Zu viel Vorgaben.
Aber darum geht es nicht.
Es geht nicht um mehr Papier. Es geht um mehr Verlässlichkeit.
Wenn wir nicht in der Lage sind, nachvollziehbar zu zeigen, dass wir unsere Rolle erfüllen,dann wird es andere geben, die diese Rolle für uns definieren. Und das wird dann deutlich unangenehmer.
Deshalb ist das, was wir jetzt diskutieren müssen, kein Selbstzweck. Es ist eine bewusste Entscheidung: Wollen wir gestalten – oder wollen wir irgendwann reagieren müssen? Dieses Gesetz ist eine Chance für uns. Aber nur, wenn wir bereit sind, unseren Teil zu leisten. Wer sich der Weiterentwicklung verweigert, der schwächt am Ende den Schutz der eigenen Fläche.
Und genau das können wir uns nicht leisten.
Meine Meinung: Carsten Schatz